Hotelneubau neben dem Alten Gymnasium

 

 

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Bürgerversammlung am 27. April 2006 im PFL

 

Zeitungsartikel zum geplanten Hotelneubau

- Hunte Report vom 23. April 2006

- Oldenburger Sonntagszeitung vom 23. April 2006

- Nordwest-Zeitung vom 21. April 2006

- Nordwest-Zeitung vom 04. April 2006

- Nordwest-Zeitung vom 11. Februar 2006

 

Schriftverkehr von der Bürgerinitiative und an die Bürgerinitiative

- Schreiben an die FDP vom 23. April 2006

- Schreiben der Stadt Oldenburg vom 11. April 2006

- Schreiben der FDP vom 03. April 2006

- Stellungnahme zum geplanten Hotelneubau vom 27. März 2006

 

 

 

Bürgerversammlung am 27. April 2006 im PFL

 

 

Nach dieser Versammlung verließen viele interessierte und betroffene Bürgerinnen und Bürger  mit einer schlechten Stimmung das Kulturzentrum PFL, zumindest war dies mein Eindruck. Je weiter die Veranstaltung fortschritt, umso mehr wurden folgende Dinge deutlich:

 

1. Eine schlechte Vorbereitung der gezeigten Unterlagen.

So wurde ein Baumkataster gezeigt, in dem ganze Baumgruppen fehlten.

Ein Luftbild machte aber ganz deutlich, wie dicht das Planungsgebiet mit Bäumen besetzt ist.

Große Schulhofflächen gehen für Erweiterungsbauten des Alten Gymnasiums verloren, die Planungen hierfür hätten im Lageplan angedeutet werden können, was aber - aus welchen Gründen auch immer - unterblieb.

Es wurde die Frage gestellt, wie groß die Fläche sei, die der Schule zugunsten des Hotelneubaues verloren geht. Diese Frage wurde nicht beantwortet, sondern es wurde nur gegenübergestellt, welche Fläche als Schulhof hinzukommt und welche Fläche durch eine Vergrößerung des Parkplatzes für Lehrer verloren geht.

Sollte hier etwas verschwiegen werden? Diese ungeschickte Vorgehensweise schürt Misstrauen.

 

2. Seitens der Verwaltung wurde immer wieder betont, dass noch nichts entschieden sei.

Doch eines wurde den Bürgern immer deutlicher, die Würfel zur Verwirklichung von Tiefgarage und Hotelneubau an dieser Stelle sind bereits vor geraumer Zeit gefallen.

Eine Entbehrlichkeitsprüfung für die im gültigen Flächennutzungsplan ausgewiesenen Flächen für den Gemeinbedarf, in diesem Fall mit der Zweckbestimmung Schule, kann bei den (nur verbal) vorgestellten Konzepten nicht objektiv erfolgt sein. Zwangsläufig entstand der Eindruck, dass ökonomische Aspekte wichtiger sind, als das Wohl und die Ausbildung der Schüler. In der Jugend liegt die Zukunft unserer Stadt und nicht in den Autos der Tiefgarage oder den Gästen des Hotels.

 

3. Einerseits wurde die historische Bedeutung des Dobbenviertels als innenstadtnahes Wohngebiet nicht in Frage gestellt, doch andererseits halten sich weder Politik noch Stadtverwaltung an ihre eigenen Vorgaben. Wie heißt es doch im Gutachten des Europarates, welches die Stadt selber in Auftrag gegeben hatte: "Der Tertiärbereich sollte zurückgedrängt und dem Wohnen der Vorrang eingeräumt werden." Im gültigen Flächennutzungsplan ist gerade diese Wohnnutzung (neben der Schulnutzung) im Bereich des Planungsgebietes für den Hotelneubau ausgewiesen und soll nun durch die Änderung Nr. 37 in eine Mischnutzung umgewandelt werden.

 

Bleibt nur eins zu hoffen, dass die hier vorgebrachten Bedenken der Bürgerinnen und Bürger von der Stadtverwaltung unverfälscht den Politikern vermittelt wird und diese zu einer besseren Einsicht kommen.

 

Ungeachtet des gestalterisch und städtebaulich hervorragenden Entwurfes für den Hotelneubau, er gehört nicht an diese Stelle. Ich würde es viel lieber sehen, wenn an der Stelle des geplanten ECE diese Tiefgarage und ein Hotelneubau entstehen würde, der eine ebenso gute architektonische Qualität darstellt und dem Schloss den geziemten Respekt erweist.

 

Bernward Große

 

 


 

 

Zitat aus der amtlichen Veröffentlichung in der Nordwest-Zeitung vom 21. April 2006:

 

Der Verwaltungsausschuss der Stadt Oldenburg (Oldb) hat in seiner Sitzung am 06. März 2006 für die Änderung Nr. 37 des Flächennutzungsplanes einen Aufstellungsbeschluss gefasst und für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 21 (Theaterwall) die Einleitung des Satzungsverfahrens beschlossen.

 

Es sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung eines Hotelneubaus und einer Tiefgarage geschaffen werden.

 

Um die Öffentlichkeit über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung gemäß § 3 Abs. 1 des Baugesetzbuches (Beteiligung der Öffentlichkeit) zu unterrichten und Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung zu geben, führt die Stadt Oldenburg (Oldb) eine Bürgerversammlung durch.

 

Ort: Veranstaltungssaal des Kulturzentrums PFL, Peterstr. 23, 26121 Oldenburg

Zeit: Donnerstag, 72.04.2006 um 19 Uhr

 

Zu der Bürgerversammlung wird hiermit eingeladen.

 

Stadt Oldenburg (Oldb)

Der Oberbürgermeister

 

 


 

 

 

Zeitungsartikel zum geplanten Hotelneubau

 

 

 

Hunte Report vom 23. April 2006

 

 

 

Oldenburger Sonntagszeitung vom 23. April 2006

 

 

 

Nordwest-Zeitung vom 21. April 2006

 

 

 

 

Nordwest-Zeitung vom 04. April 2006

 

 

 

 

Nordwest-Zeitung vom 11. Februar 2006

 

 

 

 


 

Schriftverkehr von der Bürgerinitiative und an die Bürgerinitiative

 

 

Schreiben an die FDP vom 23. April 2006

 

 

   “BESSERES WOHNEN - WENIGER VERKEHR”      

 BÜRGERINITIATIVE DOBBENVIERTEL OLDENBURG

c/o Dr. Friedrich Schunter, 26122 Oldenburg, Teichstraße 1

Tel.: 0441-9729966  Fax.: 0441-9729964

 

An die

FDP-Ratsfraktion

zu Hd. des Fraktionsvorsitzenen H-R. Schwartz

Altes Rathaus / Markt 1

 

26105 Oldenburg                                                                   23.04.2006

 

 

 

Hotelneubau am AGO

Ihr Schreiben vom 3.04.06

 

Sehr geehrter Herr Schwartz,

 

besten Dank für Ihr o.g. Schreiben. Wir freuen uns über Ihre Bereitschaft das

Projekt grundsätzlich und im Detail zu diskutieren und nehmen gerne an einer

solchen Runde teil.

Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass das Vorhaben einer ausführlichen und

umfänglichen Diskussion bedarf, da es nicht nur gravierende Auswirkung auf das

Stadtbild sondern auch auf die mögliche Erweiterung der Innenstadtgymnasien hat.

An diesen ist, nachdem die Orientierungsstufe abgeschafft wurde, die räumliche

Situation etwa so, wie ich sie aus der unmittelbaren Nachkriegszeit in Stuttgart kenne:

Nicht hinreichende Räumlichkeiten, teilweise mehrfaches tägliches Pendeln von

Lehrern und Schülern zwischen verschiedenen Standorten und dadurch erhebliche

organisatorische und zeitliche Probleme.
Ohne ein klares räumliches und zeitliches Konzept für die Behebung der Probleme der

Innenstadtgymnasien kann keinesfalls der einzige nennenswerte Erweiterungsbereich

für diese Schulen aufgegeben werden.

Es ist sehr befremdlich, wie von Seiten der Stadt der Zeitplan für die Realisierung

des Hotelbaus forciert und versucht wird, hier vollendete Tatsachen zu schaffen. Dies

ist eines demokratischen Meinungsbildungsvorganges unwürdig.

 

Wir freuen uns auf einen Meinungsaustausch.

 

Mit freundlichen Grüssen

 

 

 

A. Miedtank                                        F. Schunter

 

Schreiben der Stadt Oldenburg vom 11. April 2006

 

 

 

 

Schreiben der FDP vom 03. April 2006

 

 

 

Stellungnahme zum geplanten Hotelneubau vom 27. März 2006

 

   “BESSERES WOHNEN - WENIGER VERKEHR”      

 BÜRGERINITIATIVE DOBBENVIERTEL OLDENBURG

c/o Dr. Friedrich Schunter, Teichstr. 1, 26122 Oldenburg

 

Stellungnahme zum geplanten Hotelneubau neben dem Alten Gymnasium vom 27.03.06

Anfang März wurde es auf der Sitzung des Bauausschusses sowie anschließend in der NWZ vorgestellt: Nach der Vorstellung von Herrn Oberbürgermeister Schütz soll auf der bisher als Parkplatz genutzten Freifläche neben dem Alten Gymnasium ein mehrstöckiger Hotelbau mit einer teilöffentlichen Tiefgarage entstehen.

In dem für diesen Bereich geltenden Flächennutzungsplan ist diese Fläche bisher als Schulerweiterungsfläche für das Alte Gymnasium vorgesehen. Obwohl Teile des Schulbetriebs bereits heute im Schulzentrum Osternburg abgewickelt werden (müssen) und ein Teil des derzeitigen Schulhofes demnächst durch den Mensabau entfällt, soll es anscheinend gleichwohl nicht mehr notwendig sein, diese Fläche für zukünftige Erweiterungen vorzuhalten. Diese Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, zu dem sich das Schulsystem in einem Umstrukturierungsprozess befindet und die Forderung nach noch weitergehenden Änderungen, insbesondere dem Ganztagesbetrieb der Schulen immer lauter wird. Dadurch ist nicht auszuschließen, sondern sogar eher zu vermuten, dass gerade bei der derzeitigen räumlichen Situation der drei Innenstadtgymnasien in den nächsten Jahren viel weitergehende Umstrukturierungen und damit einhergehend Baumaßnahmen notwendig werden. Diese wären dann auch am letzten noch möglichen Standort ausgeschlossen.

Neben dieser planungsrechtlichen Ausgangslage sieht die BI Dobben durch den beabsichtigten Hotelneubau insbesondere Belange des Denkmal- sowie Landschafts- bzw. Naturschutzes beeinträchtigt. Das vorgestellte Planungskonzept mit einem mehrstöckigen Gebäude sowie einer Tiefgarage mit 100 hoteleigenen und weiteren 200 öffentlichen Tiefgaragenstellplätzen würde diesbezüglich enorme Auswirkungen haben. Der Bereich des Theater- sowie des Schlosswalls ist durch historische Einzelbauten geprägt: das als Sozialgericht genutzte Elisabeth-Anna-Palais, das Alte Gymnasium sowie das Staatstheater. Bereits dessen Erweiterungsbau ist in städtebaulicher Hinsicht nicht unumstritten.

Ein Hotelbau in der geplanten Weise würde nicht nur ganz massiv in das durch dieses Solitärbauten geprägte historische Stadtbild eingreifen, sondern auch die Bebauung im Bereich der Garten- sowie der Moltkestraße würde vom Charakter her eine völlig andere Wirkung erhalten.

1981 hat eine Expertengruppe des Europarates die kulturhistorische und städtebauliche Einzigartigkeit des Dobbenviertels als innenstadtnahes Wohnviertel in einem Gutachten festgestellt und Empfehlungen zu dessen Erhalt ausgesprochen. Die als schutzwürdig erachtete und weitgehend ungestörte Gesamtstruktur des Dobbenviertels würde durch den beabsichtigen Bau im Bereich der historischen Wallanlagen, der Garten– sowie der Moltkestraße in ganz erheblichem Maße verändert und damit beeinträchtigt werden. Nicht zuletzt würden sämtliche historischen Sichtachsen – auch aus dem Schlossgarten heraus - durch einen solchen Baukomplex vollkommen verändert. In der beabsichtigten Höhe und Größe würde er hinter, über und zwischen sämtlichen vorhandenen Bauten sichtbar sein und das geschützte Stadtbild zerstören.

Dieses gilt auch für die geplante Nebeneinfahrt zu der Hoteltiefgarage, die an der Gartenstraße zwischen den Baudenkmalen mit den Hausnummern 7 und 8 angelegt werden soll. Um an dieser Stelle eine Tiefgaragenzufahrt zu ermöglichen, würden die dort vorhandenen und erhaltenswerten Vorgärten durch den Bau eines Einfahrtstroges in ihrem Erscheinungsbild ganz massiv verändert werden. Dieses stünde im absoluten Gegensatz dazu, dass in den vergangenen Jahren mehrere Hauseigentümer im Dobbenviertel teilweise nach Gerichtsverfahren verpflichtet worden sind, in den Vorgärten erbaute Stellplätze zurückzubauen. Auch wurde Hauseigentümern im Rahmen von Baugenehmigungsverfahren seitens der Stadt aufgegeben, wegen des bestehenden Ensembleschutzes nicht mehr vorhandene Vorgärten nach dem historischen Vorbild wiederherzustellen.

Die mit viel Aufwand wieder hergestellten historischen Wallanlagen, die nicht nur unter Denkmal-, sondern auch unter Landschaftsschutz stehen, würden durch einen entsprechenden Bau abgewertet. Dieses ist weder unter städtebaulichen, noch unter touristischen Aspekten erstrebenswert. Als besondere problematisch wird darüber hinaus die Beeinträchtigung der rückwärtigen Gärten gesehen, die das Erscheinungsbild des Viertels entlang der Moltkestraße ebenfalls besonders prägen. Zudem bieten sie nicht zuletzt wegen des alten Baumbestandes einer Vielzahl von Kleintieren eine Heimat, die in solchen Innenstadtlagen kaum anzutreffen sind. Schließlich dürfte auch die verkehrliche Anbindung der Garage mit 200 öffentlich genutzten Parkplätzen und dem daraus resultierenden An- und Abfahrtsverkehr sehr problematisch sein.

Ein Hotelneubau der beabsichtigten Größe und Ausstattung wäre für die Stadt Oldenburg sicherlich wünschenswert. Eine wirkliche Standortalternative ergibt sich unseres Erachtens am Kasinoplatz mit dem ehemaligen Gebäude der Landeszentralbank. Durch eine entsprechende Planung könnte dort zudem eine gute Arrondierung des Zugangs zur Innenstadt erreicht werden.

 


 

 

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