Erhalt historischer Straßenbeläge als kulturelles Erbe

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Bismarckstraße, Aufnahme vom Oktober 2012

In Oldenburg zeigt sich eine Tendenz ab, dass zunehmend historische Straßenbeläge vernichtet werden sollen, um eine fahrradgerechte Stadt zu entwickeln.

 

Dabei werden andere Aspekte, wie beispielsweise die Vernichtung von wertvollen Ressourcen außer Acht gelassen.

 

Geschickte Planungen könnten aber den unterschiedlichen Belangen genügen, ohne die historischen Pflasterungen gänzlich zu vernichten.

 

 

NWZ Artikel vom 11. Juni 2015

Basalt als Pflasterung erhalten

Thomas Husmann

Bürgerfelde Das Thema Basaltpflasterung beschäftigt den Verkehrsausschuss in seiner nächsten Sitzung. Im Zuge einer Straßensanierung soll das Basaltpflaster in der Werbachstraße durch Asphalt ersetzt werden (die NWZ  berichtete). Dagegen wehrt sich die Bürgerinitiative für den Erhalt historischer Straßenbeläge. Der Straßenbelag sei ein wertvolles Element der historischen Bebauung.

Die CDU bittet die Stadtverwaltung in ihrem Antrag um eine Stellungnahme. Ferner sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie die historische Basaltpflasterung nach den Sanierungsarbeiten am Kanalsystem wiederhergestellt werden kann.

Die WFO/FDP-Fraktion im Rat hat im Auftrag des Präsidenten der Oldenburgischen Landschaft, Thomas Kossendey, Oberbürgermeister Jürgen Krogmann eingeschaltet, und ein Schreiben der Initiative überreicht. Auch aus Sicht der Oldenburigschen Landschaft sprächen mehrere bemerkenswerte Gründe dafür, das Pflaster zu erhalten und damit denkmalpflegerische Gesichtspunkte von Belang zu berücksichtigen. „Im übrigen ist die Arbeitsgemeinschaft Denkmalpflege der Landschaft gebeten worden, sich dieser Thematik anzunehmen“, teilt Fraktionsvorsitzender Hans-Richard Schwartz mit.

 

NWZ Artikel vom 19. Juni 2015

Verkehr:

Tage des Basaltpflasters gezählt

Mehrkosten von 228 000 Euro – Milchstraße als schlechtes Beispiel

Die Sanierung wurde im Mai bereits beschlossen. Eine Initiative sammelt dagegen Unterschriften.

Thomas Husmann

http://www.nwzonline.de/rf/image_online/NWZ_CMS/NWZ/2014-2016/Produktion/2015/06/19/OLDENBURG/STADTTEIL_2/Bilder/OLDENBURG_1b080ef4-6902-4268-9e21-d87639a3f4b6--469x337.jpg     Bild: Thomas Husmann

Austausch: Das Basaltpflaster wird in der Werbachstraße durch Asphalt ersetzt. Die Straße wird dadurch ihren typischen Charakter verlieren, meinen Gegner.

 Bürgerfelde Die Tage des Basaltpflasters in der Werbachstraße sind gezählt: Für den Erhalt der Pflasterung im Zuge der Sanierung der Kanalisation fand sich im Verkehrsausschuss keine Mehrheit.

Zu teuer, hieß es. Die komplette Wiederherstellung des Baubasaltpflasters würde 228 000 Euro kosten, erklärte Straßenamtsleiter Bernd Müller. In den Kreuzungsbereichen ist das Pflaster bereits durch Asphalt ersetzt worden. Die Steine werden laut Müller auf dem städtischen Bauhof gelagert – für spätere Zwecke.

In die Diskussion hatte sich zwischenzeitlich die Initiative „Bürger für den Erhalt historischer Straßenbeläge“ eingeschaltet und Oldenburg mit Quedlinburg in Sachsen-Anhalt verglichen. Dort sei das historische Erscheinungsbild unverfälscht erhalten geblieben. „Müssen die Bürger, die in ensemblegeschützten Häusern wohnen, sie besitzen und aufwendig erhalten damit rechnen, dass die Stadt Oldenburg weiterhin ohne Beteiligung der Anlieger und ohne finanzielles Erhaltungskonzept über den Abriss unserer historischen Straßenbeläge entscheidet, wenn zum Beispiel Versorger ein Sanierungsbedürfnis anmelden?“, fragt Elisabeth zu Jührden von der Bürgerinitiative. Der Verwaltung hatte sie eine Liste mit 72 Unterschriften überreicht, davon zehn von Anliegern aus der Werbachstraße, die sich für den Erhalt des Basaltpflasters aussprechen. Baudezernentin Gabriele Nießen betonte, dass für die Pflasterung in der Werbachstraße kein Denkmalschutz bestehe und von den Behörden auch nicht gesehen werde.

Die Werbachstraße besteht zu etwa 70 Prozent aus Blaubasaltkleinpflaster und zu 30 Prozent aus Asphalt. Das Blaubasaltpflaster weist nach Mitteilung der Stadt zahlreiche Versackungen auf. Zudem bestehe bei einem Blaubasaltpflaster ein erhöhtes Unfallrisiko durch Glätte bei nasser Fahrbahn und auch die Fahrgeräuschentwicklung auf diesem Kleinpflaster sei erheblich.

Das Kleinpflaster in der Werbachstraße ist in einem sogenannten Passeverband mit sehr engen Fugen verlegt. Die Pflasterart stellt, so Müller, trotz ihres schlicht anmutenden Pflasterbildes einen hohen Anspruch an Pflasterfertigkeit und handwerkliches Können. „Es gibt leider nicht sehr viele Pflasterer, die diese Verlegung noch beherrschen“, teilte Müller weiter mit. Erfahrungen in der Milchstraße hätten gezeigt, dass sich der Wiedereinbau des Blaubasaltes dort, trotz der Ausweisung als verkehrsberuhigter Bereich, als sehr problematisch darstelle. Die Schäden seien seit einigen Jahren erheblich und mittlerweile, obwohl das Pflaster 15 Jahre liegt, die Straße stark sanierungsbedürftig. Die Genehmigung zum Aufbruch der Werbachstraße zur Erneuerung des Mischwasserkanals sei zudem bereits am 22. Mai erfolgt.

 

NWZ Artikel vom 10. Juni 2016

 


 

 

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