Verkehrskonzepte beeinflussen das Dobbenviertel

 

 

Schreiben der Bürgerinitiative zum Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 9. Dez. 2019

 

 

 

logo BI   “BESSERES WOHNEN - WENIGER VERKEHR”     logo BI

 

BÜRGERINITIATIVE DOBBENVIERTEL OLDENBURG

 

 

Bernward Große ▪ Herbartstraße 15 ▪ 26122 Oldenburg

 

Bündnis 90/Die Grünen Fraktion

Herrn Sebastian Beer

Markt 1

26105 Oldenburg

 

Sehr geehrter Herr Beer,

mit Interesse haben wir die Diskussion in der NWZ ab Mitte Dezember zur Kenntnis genommen, die aufgrund Ihres Antrags angestoßen worden ist, erneut eine Einbahnstraßenregelung auf dem Innenstadtring zu prüfen.

Unsere Initiative hat sich 2002 anlässlich des damaligen Einbahnstraßenversuchs im Bereich des Teilstücks Theaterwall aus Anwohnern der damals besonders belasteten Straßen zusammen gefunden. Durch unser aktives und nachhaltiges Herantreten an sämtliche Ratsfraktionen konnten wir damals nach nur 6 Wochen den Abbruch des Versuchs erreichen. Das Verkehrsaufkommen in den Wohnstraßen des Dobbenviertels führte schlichtweg zu Verkehrschaos, besonders in den Stoßzeiten. Vermutlich ist es bei einigen Gebäuden aufgrund der erheblichen Erschütterungen wohl auch zu Schäden gekommen.  

Sie haben in Ihrem Antrag vom 09.12.2019 die Verwaltung gebeten, hierzu zu berichten. Unseres Wissens dürften die maßgeblichen Verkehrsplaner von 2002 mittlerweile im Ruhestand sein, so dass die Verwaltung womöglich gar nicht auf erste Hand Erfahrungen zurückgreifen kann, sondern nur auf schriftlich Dokumentiertes. Gerne stehen wir Ihnen daher als Berichterstatter und auch Diskussionspartner zur Verfügung, als diejenigen, die seinerzeit unmittelbar betroffen waren und es auch bei einem erneuten Verkehrsversuch vermutlich wieder wären.

In der aktuellen Diskussion vor allem in den entsprechenden Leserbriefen wurde häufig das Erfordernis in den Vordergrund gestellt, den Kraftfahrzeugzustrom Auswärtiger zu reduzieren, diesen die Anfahrt zur Innenstadt "zu verleiden". Dieses dürfte nach unserer Auffassung lediglich ein Teilaspekt und vorrangig durch ganz andere Maßnahmen anzugehen sein. Ihnen selbst geht es laut der Begründung Ihres Antrags um die Frage, der Umverteilung des Straßenraums zur Förderung emissionsarmer Mobilitätsformen. Vorrangig wird der Innenstadtring somit wohl dem ÖPNV sowie dem Radverkehr dienen können und sollen.

2002 jedenfalls sind die Probleme während des Verkehrsversuchs nicht durch die von auswärts kommenden Fahrzeuge entstanden, sondern durch den innerstädtischen Querverkehr innerhalb des Autobahnrings. Es fehlte eine Anbindung, ein zweiter Ring wie die Planer es damals nannten, zur Erschließung des Stadtwestens, teilweise auch südlicher Stadtgebiete. Aus dem Stadtnorden kommender Verkehr ist am Pferdemarkt in Richtung Peterstraße abgebogen und am Friedensplatz in die Herbartstraße eingefahren. Dort teilten sich die Verkehrsströme ab der Bismarckstraße einmal über diese bis zur Gartenstraße, zum anderen in Richtung Hindenburgstraße/Lindenallee/Meinardusstraße.

Die drohende Verlagerung des Verkehrs in Wohngebiete war bereits im Verkehrsentwicklungsplan 2000, der Grundlage für den ersten Versuch gewesen ist, aufgezeigt worden. Nach dem Abbruch des Versuchs wurde jedenfalls uns als weiterhin engagierter Gruppierung gegenüber zu erkennen gegeben, dass die bei den Voruntersuchungen verwendeten Zahlen wohl nicht dem tatsächlichen Verkehrsaufkommen entsprochen haben, sondern veraltet waren.  

Sollte es tatsächlich zu ernsthaften Überlegungen kommen, die Innenstadtring als Einbahnstraße einzurichten, würden wir es begrüßen, als Anlieger möglichst frühzeitig in Planungen einbezogen zu werden.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Im Auftrag

 

gez. Bernward Große

 

Bernward Große

 

Herbartstraße 15, 26122 Oldenburg

 

Anlg.: Flyer der Bürgerinitiative

 

 

 

 

 Herbartstraße: Einbahnrichtung umdrehen

 

 

 

 

Nordwest-Zeitung

2004-08-03

 


 

 

 

 Schreiben der Bürgerinitiative an die NWZ zum Bericht vom 31.07.2004

 

Presseecho zum Artikel vom 31.07.04 „Renaissance der Einbahnstrasse“

Wie die Berichterstattung der NWZ vom 31.07.04 über die von der Stadt neuerlich angestoßene Diskussion zur Verkehrsführung „Neuer Stadtring“ zeigt, besteht auch lange nach Beendigung des Verkehrsversuchs „Einbahnstraße Theaterwall“, in dessen Zuge die Initiative ins Leben gerufen wurde, weiterhin großer Handlungsbedarf im Dobbenviertel.

Eine Verbesserung der verkehrlichen Situation rund um den Friedensplatz wird von uns begrüßt, weil sich daraus auch positive Auswirkungen auf den Durchgangsverkehr im Dobbenviertel ergeben können. Dieses betrifft insbesondere die Herbartstraße. In diese soll nach den Planungen der Stadt nicht mehr von der Ofener Straße aus rechts eingebogen werden können, um den dortigen Verkehrsfluss zu verbessern. Bei näherer Betrachtung entsteht der Rückstau auf der Ofener Straße jedoch im wesentlichen durch den Linksabbiegerverkehr am Julius-Mosen-Platz auf den Heiligengeistwall, nicht durch die Rechts- oder Linksabbieger am Friedensplatz. 

Ergänzend zu den von der Stadt als mögliche Maßnahmen vorgestellten Planungen könnte eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs im Dobbenviertel erreicht werden, indem die Einbahnstraßenrichtung der Herbartstraße umgedreht wird und die Ausfahrt am Friedensplatz nur nach Norden in Richtung Peterstrasse möglich ist. Damit würde zugleich an mehreren Stellen die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer erhöht werden. Dieses gilt zum einen am Friedensplatz selbst und dem ganz erheblichen Fußgänger- und Radfahrerverkehr allein durch die Schüler der umliegenden Innenstadtgymnasien. Zum anderen würde die Einmündung der Herbartstraße in die Hindenburgstraße mit ihrer Unübersichtlichkeit für die querenden Rad- und Fußgängerverkehr entschärft werden.

In diesem Bereich sowie im weiteren Verlauf des Straßenzuges Roonstraße bis Gerberhof hat die BI Dobbenviertel am Montag, den 02.08.04 fünf weitere ihrer selbst entworfenen Tempo-30 Schilder auf Privatgrund aufgestellt. Abweichend von allen anderen Straßen des Viertels darf dort mit 50 km/h gefahren werden. Das führt neben der grundsätzlich erhöhten Verkehrsgefährdung im Wohnviertel auch zu ganz erheblichen Lärmbelästigungen der Anwohner insbesondere im Bereich des extrem unebenen Kopfsteinpflasters auf Höhe der Bezirksregierung. 

Die von der BI Dobbenviertel auch gegenüber der Stadt bereits mehrfach angeregte Maßnahmen - Tempo 30 auch im Bereich Roonstraße bis Gerberhof und Umdrehung der Einbahnstraßerichtung der Herbartstraße - würden nicht nur dem Allgemeininteressen an einem verbesserten Verkehrsfluss Rechnung tragen. Zugleich würden dadurch in Verbindung mit verstärkten Geschwindigkeitskontrollen zu den Hauptverkehrszeiten die Belange der Anwohner des Wohnviertel mehr Berücksichtigung finden. Die innenstadtnahen Wohnviertel in Oldenburg sind von einmaliger Qualität und haben für die Stadt eine ganz erhebliche Bedeutung und Funktion.

Wir würden uns freuen wenn Sie beigefügtes Foto mit veröffentlichen würden. Abgebildet sind unter anderem hinten rechts vor dem Initiativenschild der Vorsitzende Dr. Friedrich Schunter und zweite von rechts Pressesprecherin Astrid Miedtank.

 Astrid Miedtank

- Pressesprecherin -

Herbartstr. 13

26122 Oldenburg

 


 

Anlage: 1 Foto

 

 

 


 

 

 

 Renaissance der Einbahnstraße

 

 

 

 

 

Nordwest-Zeitung

2004-07-31

 


 

 

Startseite

Verkehrsversuch

Bürgerinitiative